Walter Beppler
1923 - 2013

Walter Beppler war ein nicht sehr gro├čer Mann aus so genannten kleinen Verh├Ąltnissen. Er wuchs auf im kleinen Dorf Trais-Horloff am Rande von Wetterau und Vogelsberg, und war der ├älteste von insgesamt vier Geschwistern: Walter, Rudolf, Eugen und die kleine Anneliese.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges war er 16 und hatte gerade seine Schlosserlehre abgeschlossen. Um einer drohenden Zwangsrekrutierung zuvorzukommen, meldete er sich lieber freiwillig zur Marine. Nach Kriegsende und englischer Gefangenschaft machte er sich von Norddeutschland aus zu Fu├č auf den Heimweg. Da besa├č er nichts mehr als das, was er am Leibe trug. Er wurde Feuerwehrmann bei der Amerikanischen Feuerwehr und trat, als sich das Dorfleben regeneriert hatte, dem Gesangsverein bei, wo sich sein Tenor gut machte ÔÇô und er SIE traf: die verwitwete Marie Rosa Schramm, eine geborene Oberst, die mit Sohn Gerhard und Schwiegermutter aus B├Âhmen nach Trais-Horloff vertrieben worden war.

Walter und ÔÇ×MizziÔÇť heirateten 1952, und im selben Jahr wurde Marie-Luise geboren. Walter tat alles, um seine kleine Familie durchzubringen. Neben der Feuerwehrarbeit nahm er Hilfsarbeiten als Dachdecker an oder fuhr durch den Vogelsberg und sammelte Versicherungsbeitr├Ąge ein. Angeln wird zu seiner Passion und ist gleichzeitig eine M├Âglichkeit, den Speisezettel zu erweitern.

Als Herr alter Schule, der er war, gr├╝├čte er jeden stets freundlich, hielt Frauen die T├╝r auf und nahm ihnen schwere Lasten ab. Und er war bemerkenswert emanzipiert: n├Ąhte, strickte, stickte, und fand es schon in den 60er Jahren durchaus angemessen, dass seine Tochter aufs Gymnasium ging, oder mit dem ersten festen Freund auch die Antibabypille bekam. Als seine Mizzi 1997 schwer krank geworden war, pflegte er sie liebevoll bis zu ihrem Tode zuhause. Sp├Ąter zog er in eine unkonventionelle Wohngemeinschaft mit Tochter Marie-Luise, ihrem Freund und ihrem Kater, bevor ihn der Morbus Alzheimer zum letzten Wohnungswechsel ins Pflegeheim zwang.

Walter Beppler war ein offener, toleranter Mensch mit Spa├č am Denken, Lernen und Diskutieren, mit Sinn f├╝r Humor und Liebe zur Natur. Nicht nur Katzen, Hunde und kleine Kinder f├╝hlten sich sichtlich zu ihm hingezogen.

Mach's gut, Herr Beppler, Vaddi, Waldi, Walter, ├ľpchen. Und gr├╝├č Muddi, Mizzi, Oma-Mizzi von uns!

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